#117 – Warum Veränderung so schwierig ist.

Gute Vorsätze scheitern, Diäten helfen nicht dauerhaft und unsere Versprechungen werden auch nicht eingehalten. Warum ist das so?

Anhand meines Modell des Menschen kann man dies ganz gut erklären. Wie bereits mehrfach erwähnt geht es um den Automatikregelkreis und den Motivationsregelkreis. (Das sind die zwei Männchen in unserem Kopf)

Veränderungen, oder der Wunsch nach Veränderung kommt aus unserem Motivationsregelkreis. Nach Analyse und Überlegung möchten wir dies oder das. Wir sind motiviert. (Es gibt einen Abstand zwischen veränderbarer Wirklichkeit und aktueller Wirklichkeit). Das habe ich im Blog 114 beschrieben.

Wie wir sind und was wir tun wird maßgeblich vom Automatikregelkreis bestimmt. Dieser ist größer und mächtiger als der Motivationsregelkreis. Es ist das große Unbewusste indem alle unsere Erfahrungen und Abläufe gespeichert sind. Eine dauerhafte Veränderung muss in den Automatikregelkreis implementiert, eingebaut werden. Die gewollte Veränderung, die ich will,  muss zur Routine werden und automatisch ablaufen, erst dann haben wir es geschafft. Dann ist die Veränderung, die Entwicklung erfolgreich.

Da der Automatikregelkreis über Jahre gebildet wurde und gelernt hat, gleicht er einer großen trägen Masse, die es gilt in Bewegung zu bringen. Motivation ist die Kraft, die diese Veränderung herbeiführen kann und muss.

Isaac Newton hat eine wichtige Gleichung aufgestellt, die auch diesen Zusammenhang sehr gut beschreibt. Die Kraftgleichung sieht wie folgt aus:

F = m * a

Hierbei ist m die träge Masse und F die Kraft welche auf diese Masse einwirkt. a ist die Beschleunigung, oder bei uns ein Maß für die Veränderung. Stellt man die Formel nach der Beschleinigung um, dann sieht sie wie folgt aus:

a = F / m

Jetzt ist die Masse unseres Automatikregelkreis groß. Sie wird von Jahr zu Jahr größer. Die Kraft für Veränderung muss also ebenfalls gross sein um eine große Beschleunigung zu erreichen. Bei gleicher Kraft und größerer Masse wird die Beschleunigung kleiner ausfallen. Um die gleiche Veränderung zu erhalten muss diese Kraft länger auf die Masse einwirken.

Im Blogbeitrag #113-Von Tomaten und Projekten …  habe ich dargelegt, dass die Motivation relativ schnell abklingt. Wir brauchen Belohnung für unser Tun und wenn diese Belohnung ausbleibt, verlieren wir die Lust an unserem tun.

Stellen wir uns einmal folgendes vor.

Unser Automatikregelkreis ist ein großer schwerer Wagen. Wenn wir diesen Wagen vorwärts drücken, passiert erst nichts. Nach längerem einwirken unserer Kraft fängt der Wagen ganz langsam an sich zu bewegen. Noch etwas später rollt er langsam und dann immer schneller. Das schieben wird auch immer leichter.  Je schwerer der Wagen ist, umso länger dauert es, bis er rollt, bis er sich überhaupt in Bewegung setzt.

Wenn wir nur kurz drücken, bewegt sich nichts. Nehmen wir dann die Kraft weg, bleibt der Wagen da, wo er ist. Genauso ist es mit unserem Leben. Die Motivation wirkt auf den Automatikregelkreis. Dieser ist groß und schwer. Klingt die Motivation jetzt schneller ab, wie sich die Bewegung einstellt, dann bleibt alles wie es war.

Ohne Belohnung geht es nicht.

Genau deshalb funktionieren viele unserer guten Vorsätze nicht und keine Diäten.

Auch diese Dinge starten wir mit Motivation. Wir schieben den Wagen an, aber er bewegt sich zunächst nicht. Oft hören wir auf bevor er sich bewegt. Unsere Motivation nimmt schneller ab wie die Bewegung zunimmt.

Manchmal müssen wir mit dem Wagen auch einen Berg überwinden. Er rollt zwar, aber bevor wir die Bergkuppe erreicht haben geben wir auf. Also rollt der Wagen wieder zurück und eventuell weiter zurück als vorher. Das ist so bei einer klassische Diät. Diäten machen keinen Spaß. Die Essensauswahl ist entweder exotisch oder schmeckt mir nicht. Also kein Spaß beim Kochen, kein Spaß beim Essen und die Belohnung lässt auch auf sich warten. Die Motivation nimmt ab, der Wagen rollt wieder zurück.

Ohne Belohnung geht es nicht. Belohnung aktiviert den Automatikregelkreis und unsere Gefühle.

Große Veränderungen müssen als Projekte betrachtet werden. Projekte haben verschiedene Aufgaben und jede Aufgabe muss mit einer Belohnung verbunden sein sonst scheitern wir. Bereits in meinem ersten Buch gibt es darüber ein ganzes Kapitel.

Dranbleiben – es gibt noch Hoffnung !

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