#128 – Was ist eigentlich Zeit?

Wir haben keine! Wir haben zuwenig. Die Zeit rennt.

Alles Sätze die du sicher schon gehört hast. Was aber ist eigentlich Zeit? Die Philosophie und die Lyrik haben viele Beschreibungen und Bilder für die Zeit. Gibt es eigentlich Zeit wenn wir sie nicht messen?

Der Begriff Zeitmanagement suggeriert uns, dass wir die Zeit managen könnten.

Wenn dies möglich wäre, könnte ich durch beeinflussen der Zeit, nichts anderes ist Management, Dinge erreichen.

Usaine Bolt

Ein einfaches Beispiel: Usaine Bolt läuft die 100m in 9,58s. Wie muss ich die Zeit managen um das auch zu erreichen?

Du merkst sofort, das ist eine blöde Fragestellung. Usaine läuft einfach schneller als ich. Er rennt 100 m und je nach Leistungsfähigkeit, vergeht dabei eine bestimmte Zeit. Bei mir vergeht für die Strecke eine andere Zeit. Zeit ist also eine Auswirkung einer Tätigkeit oder einer Veränderung. Zeit ist das was passiert wenn sich die Dinge verändern. Das erklärt auch, warum wir im Urlaub am Strand ohne Veränderung das Gefühl haben, die Zeit steht still.

Wenn ich in gleicher Zeit wie Usaine ankommen will, muss ich nicht die Zeit managen, ich muss schneller laufen und meine Leistungsfähigkeit erhöhen. Ich muss mich selbst managen und trainieren.

Wir können die Zeit nicht managen!

Was aber meint mein Chef wenn er sagt, mein Zeitmanagement stimmt nicht?

Bleiben wir mal beim Usaine. Der ist viel viel schneller als ich.

Wenn wir jetzt aber gemeinsam im Odenwald joggen und er den Weg nicht kennt, an manchen Kreuzungen falsch abbiegt, dann kann ich früher ankommen wie er. Leistungsfähigkeit ist also nicht alles.  Ich muss die richtigen Wege gehen oder anders gesagt die richtigen Prioritäten kennen.

Zeitmanagement gibt es nicht, es geht immer um die richtigen Entscheidungen im Leben. Die Leistungsfähigkeit von uns ist ganz unterschiedlich. Trotzdem erreichen Menschen, denen wir es nie zugetraut hätten, ganz außergewöhnliche Dinge. Sie haben in ihrem Leben einfach die richtigen Prioritäten gesetzt und sind die richtigen Wege gegangen. Direkt und ohne Umwege.

Übertragen wir das mal auf unseren Arbeitalltag. Jeder von uns hat täglich die gleichen 8 Stunden zur Verfügung. Niemand wird benachteiligt. Alle starten morgens am selben Ausgangspunkt.

Während die einen Zielstrebig ihren Weg gehen, an der Kreuzung korrekt abbiegen und so entspannt am Ziel ankommen, starten die Anderen planlos.

Sie gehen einfach mal los. Dann kommt eine Mail die uns unterbricht, wir biegen falsch ab. (Weil wir denken die Mail ist wichtig… ) Danach kommt ein Anruf und danach der Kollege der einfach nur quatschen will. Wieder werden wir abgelenkt und gehen einen anderen Weg.

Da wir noch kein Ende sehen, halten wir kurz und vertrödeln Zeit bei Facebook, Twitter, WhatsApp. Abends sind wir müde, noch nicht am Ziel angekommen aber trotzdem weit gelaufen. Vielleicht sind wir weiter gelaufen wie die Zielstrebigen aber halt in die falsche Richtung.

Und jetzt sagt der Chef wir müssen die Zeit managen und effektiver werden. Wir laufen also schneller, trainieren die Schnelligkeit und marschieren weiter in die falsche Richtung.

Wir müssen nicht mehr in weniger Zeit erledigen, wir müssen die wirklich wichtigen Dinge in dieser Zeit tun. Es geht um Prioritäten und nicht um Zeit.

Dranbleiben – es gibt noch Hoffnung!

„Die Basis für Erfolg sind richtige Entscheidungen. Richtige Entscheidungen sind das Ergebnis von Erfahrung. Und die Erfahrung resultiert aus falschen Entscheidungen“

Mehr zum Thema Zeit findest Du in meinem ersten Buch – Ordnung im Chaos

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