#131 – Menschen auf der Flucht

Die Zeitungen, das Fernsehen, das Internet nur noch ein Thema: Menschen auf der Flucht

Weltweit sind 60 Millionen Menschen auf der Flucht. (Laut UNHCR) Diese Menschen suchen Schutz vor Verfolgung und Krieg oder sie haben keine Hoffnung in Ihrem Heimatland für die Zukunft .

Diese Vorgehensweise der Menschen und Ihre Motivation ist verständlich und wir alle würden sicher ähnlich handeln. In Deutschland geht es uns besser als in den meisten Ländern dieser Welt. Es gibt hier zwar auch 16 Millionen Menschen, die von Armut oder Ausgrenzung betroffen sind (Laut Statistischem Bundesamt) , aber wir haben genug zu essen, einen Rechtsstaat, Freiheit und leben seit vielen vielen Jahren in Frieden.  Gott sei Dank!

Von außen betrachtet würde ich mir Deutschland auch als Ziel meiner Flucht aussuchen.

Flüchtlinge die verfolgt werden, genießen bei uns Asyl, Flüchtlinge auf der Suche nach Glück und Zukunft, bezeichnet man als Wirtschaftsflüchtlinge.

Die Situation der letzten Monate lässt folgende Fragen in mir aufkommen:

  1.  Können wir die Probleme der Welt lösen, indem wir alle Menschen nach Deutschland holen?
  2.  Können wir jeden Menschen integrieren, unabhängig von seinem Glauben, oder seiner Wertevorstellung?
  3.  Können wir die Probleme der Welt lösen, indem wir überall Waffen oder Soldaten hin senden?
  4.  Können wir in den entwickelten Ländern weiter die anderen Länder ausbeuten?
  5.  Können wir in den entwickelten Ländern weiter so tun als ginge uns das nichts an?

Klären wir zunächst ein paar Basics:

Grenzen sorgen dafür, dass sich Staaten, Gruppen und Völker eigenständig entwickeln können. Diese Entwicklung wird immer unterschiedlich sein. In der Geschichte hat es immer schon Länder gegeben, da ging es den Bewohnern gut und Länder da ging es den Bewohnern schlecht. Jedes Gebiet, jede Gruppe hat eine andere Umgebung findet andere Chancen und Probleme.

Beispiel:

Das Land A war reich weil seine Entwicklung gut war, das Land B arm, weil die Entwicklung hier schlechter verlaufen ist. Durch geschlossene Grenzen war ein Austausch der Menschen nicht möglich. Das Land B und seine Bewohner mussten sich anstrengen, um die Situation zu verbessern. Es gab einen Wettbewerb um die Entwicklung der Länder.

Was wäre passiert, wenn die motivierten Menschen des Landes B einfach die Grenze überschritten hätten und in das Land A gegangen wären?

Land B wäre niemals voran gekommen. Land A hätte seine Errungenschaften auf mehr Menschen verteilen müssen. Land B wäre evtl. verschwunden und für alle Menschen hätte es in Land A nicht genügend Errungenschaften gegeben.

Grenzen sind Grundbedingungen, das sich Gruppen unterschiedlich entwickeln aber auch selbst entwickeln. Gibt es keine Grenzen, dann ist das wie bei den Nomaden der Vorzeit. Sie gehen dahin wo die Umstände gut sind und ziehen weiter, wenn es schlecht wird. Wer aber sein abgegrenztes Gebiet hat, muss sich hier entwickeln und versuchen hier etwas zu erreichen. Das kann lange dauern und viele Länder haben auch lange dazu gebraucht. Wenn aber die Menschen flüchten wird sich ein Land niemals entwickeln.

Wenn also die Menschen ihre einzige Chance darin sehen ein armes Land zu verlassen, dann wird dieses Land niemals voran kommen.

Ziel muss es meiner Meinung nach sein den Ländern bei Ihrer Entwicklung zu helfen.

Die Entwicklungshilfe der Europäischen Union betrug 2013 gerade mal 56,2 Mrd. €.

Die Entwicklungshilfe  ist weltweit rückläufig und beträgt gerade einmal 0,43% des Bruttoinlandproduktes der Europäischen Union. Allein nach Griechenland sind Gelder in Höhe von 268 Mrd. € geflossen. Der Rettungsschirm für den kaputten Euro ist 700 Mrd. € stark. Alle diese Gelder wurden praktisch in Nacht und Nebel Aktionen beschlossen. Die Bankenrettung ist uns mehr wert als die Entwicklung der Welt!

Wirtschaftsflüchtlinge kann man nur reduzieren, wenn wir den Menschen vor Ort Chancen eröffnen. Wenn keine Hilfe zu den Menschen fließt, fliesen die Menschen eben zu uns. Und wo wollen diese Menschen am liebsten hin? Nach Deutschland. Für einige europäischen Staaten ist das der Grund, warum sie sagen, das Flüchtlingsproblem wäre ein deutsches Problem.

Es ist kein deutsches  Problem sondern eines zwischen Arm und Reich!

Nicht alle Flüchtlinge sind aber Wirtschaftsflüchtlinge oder Menschen auf der Suche nach Glück.

Woher kommen die Flüchtlinge?

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Quelle : Bundesamt für Migration

Laut dem Bundesamt für Migration kamen 2015 die Menschen aus folgenden Ländern:

22,9 % – Syrien und Arabische Republik

16,3 % – Albanien

13,3 % – Kosovo

5,7 %  – Serbien

5,5 %  – Afghanistan

5,4%   – Irak

Eritrea ist mit 2,6% der größte Afrikanische Staat.

Über 30% der Menschen sind Opfer von Krieg und Gewalt. In Syrien tobt seit Jahren ein blutiger Bürgerkrieg. Man könnte auch sagen ein Stellvertreterkrieg USA gegen Russland, Syrische Freiheitskämpfer gegen Asad und alle gegen den Islamischen Staat. Die Kurden und Türken sind jetzt auch noch in diesem Krieg involviert. In dieser Region erleben wir gerade das komplette Scheitern jeglicher Diplomatie und ein Versagen der Außenpolitik auf breiter Front.

Niemand wagt hier eine Zukunftsprognose. Allein in Syrien sind 4 Millionen Menschen auf der Flucht.

In Afghanistan breitet sich die Taliban immer weiter aus. Auch hier kann man sagen, dass die Politik der letzten Jahre gescheitert ist. Deutschland wird eben nicht am Hindukusch verteidigt. Der Westen wird sich aus Afghanistan zurückziehen und alles wird wieder so ähnlich, wie es immer war.

Der Irak wurde von der Allianz der Willigen erobert, Sadam Hussein getötet und mit ihm über 100.000 Menschen. Heute ist der Irak ein instabiles Gebilde und der IS rückt vor.

Nordafrika versinkt ebenfalls im Chaos. Entwicklung und Fortschritt müssen die Völker selber wollen, man kann es Ihnen nicht verordnen. Demokratie ist wohl doch kein Exportschlager sondern hat auch in Europa lange für den Durchbruch gebraucht.

Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Frieden schaffen mit immer mehr Waffen. Von Afghanistan kann man lernen, dass Waffen die heute mit uns kämpfen, morgen gegen uns eingesetzt werden. Die Geister die ich rief ?

Wer als Werkzeug einen Hammer hat, sucht in jedem Problem einen Nagel.

Deshalb flüchten Millionen Menschen vor Krieg und Gewalt.

Wenn diese Politik fortdauert, ist der Nachschub an Flüchtlingen gesichert.

Es gibt also zwei wichtige Gründe für den Flüchtlingsstrom. Einmal Menschen aus Kriegsgebieten und einmal Menschen auf der Suche nach Glück. (Wirtschaftsflüchtlinge)

Beide darf man nicht in einen Topf werfen.

Menschen die Schutz brauchen muss man helfen und das ist keine Frage der Anzahl dieser Menschen, das gebietet die Menschlichkeit.

Dieser Grundsatz sollte für alle Staaten gelten. Für alle Staaten im Nahen Osten, für alle Staaten in Europa und für alle Staaten im ehemaligen Ostblock.

In der sogenannten „Europäischen Union“ nehmen nur wenige Länder Flüchtlinge auf. Auf dieses europäische Problem hat Europa mal wieder keine Lösung. Banken zu retten ist da einfacher.

Aktuell kommen pro Woche Zehntausende in Deutschland an. Dieses Jahr sprechen Schätzungen von 800.000 Menschen vielleicht 1 Million.

„Wir schaffen das“ hat unsere Kanzlerin als Parole ausgegeben. Viele Freiwillige versuchen diesem gewaltigen Strom an Menschen geordnet mit Freundlichkeit zu begegnen. Die Verwaltung ist längst an den Grenzen der Belastbarkeit angekommen.

Meine Hochachtung vor allen diesen Helfern!

800.000 Menschen in einem Jahr!

2014 wurden in Deutschland 715.000 Kinder geboren. Die höchste Geburtenrate war 1964 mit 1,4 Mio. Menschen. Man nannte diese Generation die Baby Boomer. Die Baby Boomer haben dieses Land verändert.

800.000 Menschen werden nicht ohne Folgen für dieses Land bleiben!

Die meisten Menschen kommen aus einem anderen Kulturkreis und im Gegensatz zu 715.000 Kindern, behalten sie diesen Kulturkreis bei. Er ist ausgeprägt und ändert sich bei Erwachsenen nur sehr schwer. Fremde müssen die Werte des Gastlandes akzeptieren und respektieren, das ist die Grundvorraussetzung um Konflikte zu vermeiden.

Das dürfen wir bei aller Freude nicht vergessen. Viele sprechen jetzt davon, dass wir Fachkräfte brauchen und der demographische Wandel es notwendig macht, dass Menschen einwandern.

Aktuell gibt es in Deutschland 551.000 offene Stellen. 40 Millionen Menschen gehen in Deutschland einer Beschäftigung nach. Diese offenen Stellen hat niemand gebraucht oder konnte niemand annehmen. Ich nehme an, auch die 800.000 Menschen werden hier keine Arbeit finden.

Es gibt keinen Fachkräftemangel und wir brauchen keine Einwanderung. Gut ausgebildete junge Menschen finden auch bei uns keine Arbeit und die DAX Unternehmen planen jährlich Personalabbau. Was die Wirtschaft sucht, sind billige Arbeitskräfte und am besten unter dem Mindestlohn. Da muss es doch eine Ausnahme vom Mindestlohn geben?

Mit Industrie 4.0 brauchen wir eher weniger Arbeitskräfte als mehr. In den Ländern um Deutschland herum ist die Arbeitslosigkeit auf einem sehr hohen Niveau.

Dieses europäische Problem sollte auch europäisch gelöst werden. Es macht keinen Sinn, dass 800.000 Menschen über den Balkan, durch viele Länder ohne Krieg und Unterdrückung ziehen, um dann in Deutschland einen Asylantrag zu stellen. Werden 30% der Anträge genehmigt, dann müssen 560.000 Menschen wieder zurück. Wohin? Auf welchem Weg?

Welche Strategie haben wir also?

Menschen, die nicht verfolgt werden, können hier nicht bleiben!

Die wirtschaftlichen und sozialen Probleme der armen Länder können nur in diesen Ländern gelöst werden, durch deren Bevölkerung. Natürlich mit Unterstützung der reichen Länder!

Hier haben wir Nachholbedarf, das ist die wichtigste Aufgabe.

Kriegerische Auseinandersetzungen können nicht von außen gelöst werden. Das sollten wir in den letzten Jahrzehnten gesehen haben. (Afghanistan, Irak, Nordafrika)

Die aktuelle Politik ähnelt der Kanonenbootpolitik vor dem 1. Weltkrieg. Die hat ja bekanntlich in den 1. Weltkrieg geführt, den keiner wollte.

Wir sollten jeglichen Export von Waffen überdenken!

Europa sollte an den Außengrenzen klären, wer Asyl bekommt, wer einwandern darf und wer nicht. Danach sollten die Menschen nach einer Quote verteilt werden.

Eine Union ist eine Schicksalsgemeinschaft.

Dranbleiben – es gibt noch Hoffnung