#132 – Weißt Du, wie Du Gott zum Lachen bringen kannst? Erzähle ihm Deine Pläne

(Blaise Pascal)

Folgende Situation kennst Du bestimmt auch:  Du hast den Tag geplant, genau festgelegt was Du tun willst und dann ist Abend und Du hast nichts erreicht. Gar nichts.

Aber Du hattest doch einen Plan?

Was ist ein Plan? Welchen Sinn hat ein Planung überhaupt?

Sicher kennst du schon mein Automatenmodell. Dies erklärt unser Handeln. Wir haben einen Automatikregelkreis und einen Motivationsregelkreis. Gefühle und Empfindungen kennt nur der Automatikregelkreis. Dieser Regelkreis ist ein gewaltiges Neuronales Netz mit einer Konditionierung, die unseren bisherigen Erfahrungen entspricht. Uns gefällt, was uns schon immer gefallen hat und wir treffen unbewusst Entscheidungen, die wir schon immer getroffen haben. Deshalb nenne ich diesen linken Teil auf Automatikregelkreis.

Planen und Entscheiden

Bewusste Pläne kommen vom rechten Teil, dem Motivationsregelkreis. Mit viel „Gedankenschmalz“ erschafft dieser Teil eine Veränderbare Wirklichkeit. Diese Vorstellung, dieser Plan triggert unsere Neugier und unsere Gefühle.

Entscheidungen, also wie wir reagieren und was wir tun, werden von den Spiegelneuronen, dem Automatikregelkreis und vom Motivationsregelkreis getroffen. Es sind also mehrere Teile unseres Gehirns beteiligt.

Bei dieser Abstimmung geht es aber nicht demokratisch zu.

Während der Automatikregelkreis 100.000 Stimmen hat, hat der Motivationsregelkreis nur 1!

Allerdings hat er ein Vetorecht. Er kann somit die 100.000 Stimmen überstimmen.

Unser Problem ist aber, dass für viele Entscheidungen des Tages die Fakten nicht klar auf dem Tisch liegen. Dies führt dazu, dass sich der Motivationsregelkreis nicht entscheiden kann. Nicht bewusst entscheiden bedeutet: Wir treffen die Entscheidung nach dem Gefühl bzw. der Automatikregelkreis trifft sie für uns.

Veto? – Fehlanzeige!    Es wird immer entschieden, auch wenn nicht entscheiden wird!

Mit dem Planen ist es leider auch so. Wir haben alles genau geplant, dann kommt etwas dazwischen. Etwas, das uns ablenkt, unsere Gefühle berührt oder unsere Konditionierung anspricht. Wir machen plötzlich etwas anderes. Nicht wir, sondern unser Automatikregelkreis macht das mit uns. Der Plan ist vergessen.

Unser Automatikregelkreis ist Herr über unsere Gefühle und oberste Regel in unserem Betriebssystem lautet:

Wir wollen uns gut fühlen, Freuen, Spaß haben. Kurzfristigen Spaß ,also sofort!

100.000 Stimmen suchen nach Spaß und nur eine Stimme hat einen Plan.

Nur wenn diese Stimme ihr Veto einsetzt, dann bleibt der Plan aktuell. Im Blog über Motivation haben wir bereits gelesen, dass Motivation schnell abklingt.

Jetzt hat der Automatikregelkreis nicht nur 100.000 Stimmen er hat auch 100.000 mal mehr Erfahrung. Gespeicherte Erfahrung und mehr Informationen als der Motivationsregelkreis.

Alle Schätzungen des Motivationsregelkreises in Bezug auf Projekte, notwendige Zeiten dafür usw. sind mit äußerster Vorsicht zu genießen. Da hat dieser Regelkreis meistens keine Ahnung.

Die Folge davon: Er unterschätzt die Zeiten für das Projekt und überschätzt uns.

Also ist es besser keinen Plan zu machen?

Nein auf gar keinen Fall !!! Ein Plan ist eine Veränderbare Wirklichkeit, ein Ziel. Die einzige Kraft, die unsere Entwicklung voran treibt, die uns von den Tieren unterscheidet.

Wir dürfen nur nicht so streng mit den Ergebnissen unserer Pläne sein. Wir müssen einfach beharrlich am Plan festhalten, Änderungen akzeptieren und weiter machen.

Wieviel Einfluss haben wir eigentlich auf die Welt um uns herum? Das ist eine zentrale Frage bei jeder Planung.

Wenn wir schon uns selbst nicht im Griff haben, wie sieht es dann mit anderen Menschen aus? Große Pläne brauchen mehrere Menschen die Zusammenarbeiten. Jeder Einzelne hat seinen eigenen Automatikregelkreis, seine eigenen Gefühle und Erfahrungen. Jeder Mensch bringt ebenfalls 100.000 Stimmen Gefühl und Erfahrung mit.

Wir koordinieren uns über Sprache. Sprache ist Teil des Motivationsregelkreis und hat nur eine geringe Bandbreite.Entsprechend lange dauern Koordination und Verständnis.

Wenn man kommuniziert kann man nicht arbeiten.

Daran scheitern alle Projekte. Mit der Anzahl der Beteiligten steigt auch immer die Zahl der Kommunikationsbeziehungen.

Kommunikation zwischen Menschen

Zwei Menschen haben eine Kommunikationsbeziehung. Drei Menschen haben bereits drei. A mit B, B mit C und C mit A. Bei vier Beteiligten gibt es schon sechs A mit B, B mit C, C mit D, D mit A, A mit C, B mit D

Die Anzahl der Verbindungen steigt mit der Formel

Kommunikationsbeziehungen

Nehmen wir einmal an, eine normale Kommunikationsbeziehung erfordert 15 Minuten Abstimmung pro Tag . Bei 5 Personen sind das bereits 10 x 15 Minuten = 150 Minuten pro Tag. 150 Minuten gehen also mit Kommunikation verloren. Das sind bereits 6,25 % der möglichen Arbeitszeit. ( Einen 8 Stunden Tag vorausgesetzt.) Bei 6 Personen sind es 15 x 15 = 225 Minuten oder bereits 7,8% der möglichen Arbeitszeit. Ein Team mit 10 Personen hat bereits 45 Kommunikationsbeziehungen oder 45 x 15 = 675 Minuten. Dies sind bereits 14 % der möglichen Arbeitszeit.

Mit der Größe eines Teams nimmt die Arbeitszeit pro Person ab, die Kommunikation zu!

Warum arbeiten mehrere Menschen an einem Projekt ? Weil es in der geforderten Zeit nur mit mehr Ressourcen zu schaffen ist. Das Thema Zeit wird heute immer wichtiger. Wir müssen schneller am Markt sein, schneller Innovationen präsentieren. Also müssen viele Menschen in kurzer Zeit an einem Projekt arbeiten.

Hat ein Arbeitspaket einen Aufwand von 800 Stunden dann lehrt uns das Projektmanagement folgendes:

1 Mensch arbeitet hier 10 Tage

2 Menschen arbeiten hier 5 Tage

4 Menschen arbeiten hier 2,5 Tage

5 Menschen arbeiten hier 2 Tage

10 Menschen brauchen nur einen Tag. So ist die Theorie. Jetzt haben wir oben gesehen, dass bei 10 Menschen zusätzlich 675 Minuten oder 11,25h oder 1,4 Manntage für die Kommunikation benötigt werden. Damit brauchen 10 Menschen 2,4 Tage. Das ist nominal länger wie bei einem Team mit 5 Menschen. 5 Menschen haben 150 Minuten oder 2,5h oder 0,31 Manntage für die Kommunikation. Macht also in Summe 0,31 Manntage plus 2 Tage Arbeit ergibt 2,31 Tage.

Man kann also mit 5 Menschen schneller ein Projekt bearbeiten als mit 10 Menschen! Es gibt eine optimale Anzahl von Mitarbeiter in einem Projekt bestimmter Größe. Man nennt das Brooks Gesetz.

Jeder Plan, jedes Projekt hat ein Ziel. Je mehr Beteiligte am Projekt, umso weniger kennen das genaue Ziel. Um die Menschen zu koordinieren muss kommuniziert werden.

Projektmanagement und Führung hat das Ziel diese Kommunikationsbeziehungen durch Hierarchie und Vorgabe zu reduzieren. Was dabei verloren geht, ist die Begeisterung und das Gefühl. Der Einzelne im Projekt kennt oft nicht den Gesamtplan, er realisiert nur einen kleinen Teil. Seine Vorgaben sind verbal, werden also vom Motivationsregelkreis mit 100 Bit/s verarbeitet. Oft liegt diese Beschreibung schriftlich vor. Sprache macht gerade einmal 7% der Kommunikation aus. Diese 7% werden dann mit 100 Bit/s verarbeitet. Da kann nicht viel übermittelt werden.

Keine Begeisterung, keine Emotionen nur Sachlichkeit. Projekte scheitern mit ihrer Größe und der fehlenden Begeisterung der Beteiligten.

 

Dranbleiben – es gibt noch Hoffnung!

Am besten gleich zum Newsletter anmelden!

 Interessante Links zum Thema:

Mein Beitrag zum Thema Motivation

Brooks Gesetz oder warum Projekte scheitern