#194 – Ablenkung ist der Katalysator für Stress!

Das Jahr 2018 wird das Jahr des Fokussierung! Das wäre mein Vorsatz für 2018.

Dir wünsche ich alles Gute und vor allem Gesundheit!

Die größte Falle in die wir täglich treten ist die Ablenkung.

Dieses Problem ist größer wie Alkohol am Arbeitsplatz. Zumindest ist das meine Wahrnehmung in den Betrieben.

Laut einer Studie wandern unsere Gedanken 46,9% unserer täglichen Wachphase einfach so umher und wir befassen uns nicht mit Dingen die wir gerade im Fokus haben sollten. https://news.harvard.edu/gazette/story/2010/11/wandering-mind-not-a-happy-mind/

Unser Motivationsregelkreis, so nenne ich den Teil unseres Gehirnes der sich mit dem bewussten Denken befasst, lässt sich nämlich gerne ablenken. Wann immer wir uns mit etwas beschäftigen, was nicht wirklich Spass macht, sucht der Gegenspieler des Motivationsregelkreises, der Automatikregelkreis, nach guten Gefühlen und etwas das uns Spass macht. Hierbei ist dem Automatikregelkreis jede Ablenkung recht.

Wenn wir eine komplizierte Aufgabe erledigen sollen, die unsere ganze Konzentration und unser Wissen benötigt, dann macht das auf Dauer nicht immer Freude. Schon nach wenigen Minuten sucht unsere Automatikregelkreis nach etwas, was mehr Freude macht, eine Ablenkung.

Diese Ablenkung wird gerne genommen. 

Ablenkung führt aber zu einer deutlichen Reduzierung der Produktivität.

Nur 2% der Menschen sind echte Multitasker.

Unser Problem ist, dass jeder denkt, er gehöre zu diesen 2%. Jede Ablenkung die länger wie 30 Sekunden andauert, führt dazu, dass wir 30 Minuten brauchen, bis wir wieder voll konzentriert an unserer eigentlichen Aufgabe arbeiten können. https://www.mittwald.de/blog/arbeitsalltag/wirst-du-durch-technologie-wirklich-produktiver

  • Wir verlieren praktisch eine Mittagspause an Zeit für jede Unterbrechung die 30 Sekunden dauert!
  • Zusätzlich sinkt der Intelligenzquotient um 15 Punkte und erreicht in etwa das Niveau eines 8 jährigen Kindes.

Das lesen einer Nachricht auf Facebook oder WhatsApp oder das Lesen einer e-Mail dauert oft oft länger als 30 Sekunden.

Unser heutiges Arbeitsleben ist optimiert und auf Auslastung getrimmt. Damit wären wir wieder bei der Warteschlangenformel und ihren Auswirkungen. http://ikeanet.de/homepage2013/163-die-warteschlangenformel-am-beispiel-einer-serviceabteilung/

Nehmen wir einmal folgendes Szenario:

Wir arbeiten 8 Stunden am Tag und haben eine Auslastung von 70%. Nach der Warteschlangenformel bedeutet dies wir haben 1,6 Aufgaben in unserer Warteschlange.

Wenn wir jetzt während unserer Arbeit 10 mal für jeweils 1 Minute unterbrochen werden, dann bedeutet dies, wir brauchen 10 x 30 Minuten bis wir wieder konzentriert an unserer Arbeit sind. Das ergibt 300 Minuten oder 5 Stunden!

Gehen wir davon aus, dass unsere Konzentration linear steigt, dann bedeutet das mathematisch, dass wir 300 Minuten im Schnitt nur 50% der Produktivität ohne Unterbrechung erreichen.

Im Normalfall können wir theoretisch 70% von 8 Stunden 100% Leistung erbringen. Effektiv können wir 5,6 Stunden konzentriert arbeiten!

Mit 10 Unterbrechungen erreichen wir nur 5h x 50% plus 0,6h x 100% ergibt 3,1 Stunden. Wir gehen dabei davon aus, dass auch hier maximal 5,6 Stunden gearbeitet werden kann. Unsere Auslastung steigt aber damit auf 5,6/3,1 x 70% = 126,45%

Unser Projekt dauert 45% länger wie geplant! 

10 Ablenkungen am Tag und unsere Projekte werden 45% teurer wie geplant! 

Alternativ könnten wir natürlich versuchen die 8 Stunden voll auszunutzen. Wir gehen nicht mehr auf die Toilette, gehen nicht mehr zum Mittagessen und verzichten auch sonst auf kürzere Pausen.

Damit können wir die Arbeitszeit auf 5h x 50% plus 3h x 100% = 5,5 Stunden erhöhen erreichen aber nicht mehr die 5,6 Stunden. Wir machen keine Pause mehr, die Auslastung ist 100%, die Zahl unserer Aufgaben in der Warteschlange wächst, der Frustlevel steigt und was macht unser Automatikregelkreis? Er sucht nach Ablenkung.

Ablenkung durch soziale Netze und unsere Freunde.

In einem Land vor unserer Zeit hatten wir auch schon Freunde, aber es waren maximal eine Handvoll . Es waren gute Freunde, die nahmen wir auch mit zum Mittagessen und mit denen machten wir zusammen ein Feuer im Feld.

Mit vielen unserer Freunden auf Facebook würden wir aber nicht gemeinsam zum Essen gehen und auch nicht in Urlaub. Es sind einfach Menschen die uns folgen, weil sie ich gerne ablenken lassen.

Und wir folgen diesen Menschen, weil wir uns auch gerne ablenken lassen.

Die Betriebswirtschaft hat für immer höhere Auslastung gesorgt, (Warteschlangenformel) wir alle sollen heute effizienter sein.  Höhere Auslastung bedeutet längere Warteschlange, bedeutet mehr Frust, bedeutet unser Gehirn lässt sich noch leichter und lieber ablenken. Unsere Smartphones, e-Mails und betriebseigene Social Media Kanäle reichen aus, dass wir abgelenkt werden und sich die Lage weiter verschlechtert.

Dies führt dazu, dass heute fast alle Fachabteilungen unterbesetzt sind. Nicht weil wir einen Fachkräftemangel hätten, sondern weil wir über Jahre hinweg die Auslastung der tatsächlichen Fachkräfte immer weiter nach oben gesteigert haben, so dass viele durch Krankheit ausgestiegen sind oder sich einen anderen Job gesucht haben. Heute findet man nur noch wenige Fachkräfte, die meistens hoffnungslos überlastet sind.

Wir haben einfach niemand mehr der eine Aufgabe, eine Problemstellung konsequent durchdenken kann. Vielleicht ist das auch der Grund warum wir auf der Suche nach künstlicher Intelligenz sind und unser Heil in irgendwelchen Algorithmen vermuten.

Wir selbst sind Getriebene, praktisch Roboter eines Systemes geworden, dass nur nach Effizienz und Auslastung optimiert.

  • Hohe Auslastung in Verbindung mit Ablenkung ist der Todesstoß jeglicher Produktivität. 
  • Wir müssen wieder anfangen konzentriert an einer wichtigen Aufgabe zu arbeiten!
  • Wir müssen unsere Ablenkungsquellen ausschalten und uns in Zeitblöcken fokussieren. 
  • Wer fokussiert arbeitet, erreicht mehr, ist entspannter und gelassener und wird seltener krank. 

 

Dranbleiben – es gibt noch Hoffnung!