#46 – Warum Griechenland uns nur voran geht …..

Wir hatten schon darüber gesprochen in einem Beitrag „Warum die Finanzkrise noch nicht zu Ende ist“. Leider ist dieser Beitrag durch den Hackerangriff gekillt worden. Aber ich werde ihn in den nächsten Tagen nochmal online stellen. Heute nur ein paar Dinge warum Griechenland uns nur voran geht. Bald schon werden auch wir auf der Straße demonstrieren …. (Bzw. wenn der Deutsche mal Zeit dafür hat…. )

Der 1. Grund warum es zu Ende geht: Der Zins

K = K0 * (1 + p/100) hoch n   Das ist die Formel für den Zinseszins. Man kann sie in jedem Mathematikbuch nachlesen. Diese Formel ist der Anfang allen Übels unseres Finanzsystems. Hierin ist K mein Kapital, K0 mein Startkapital (oder Startschuld), p der Zinssatz und n die Anzahl der Jahre. Die Formel beschreibt eine Exponentialfunktion. Sie steigt zunächst langsam aber mit der Zeit immer steiler an.

Beispiel ich lege 100.000 € an zu einem Zinssatz von 5%, dann folgt die Kurve folgendem Bild.

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Nach 15 Jahren habe ich bereits 207 t€ und nach 30 Jahren 432 t€. Nach 15 Jahren habe ich zu meinen 100 000€ nochmal 107 000€ hinzubekommen. Für was? Mein Geld hat gearbeitet? Nein irgend ein anderer hat dafür gearbeitet. Diesem Guthaben muss irgendwo eine Schuld gegenüber stehen. Diese 107 000€ müssen irgendwo fehlen bzw. irgendwo erarbeitet werden. Die Kurve wird immer steiler. Die steigende Verschuldung führt dazu, dass immer weniger Geld für die Realwirtschaft zur Verfügung steht.

Schauen wir uns mal zwei Kurven an. Die blaue Kurve zeigt die Staatsverschuldung der Bundesrepublik. Unschwer zu erkennen sie hat einen exponentiellen Verlauf. Nach unten habe ich in grün die Entwicklung des Geldvermögens in der Bundesrepublik eingezeichnet. Auch diese Kurve zeigt eindeutig exponentiellen Verlauf. Dass die Werte nicht genau zu einander passen liegt daran, dass hier nur die Staatsverschuldung ohne private Verschuldung und ohne Firmenverschuldung dagestellt ist.

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Die Schulden müssen den Vermögen folgen. Deshalb werden immer mehr „Casinopapiere“ erfunden und weltweit verkauft. (Auch mit AAA Bewertung 😉 )

Deshalb werden riesige Mengen Geld von den Zentralbanken in dieses Casino eingeschossen. Deshalb braucht man „Rettungschirme“. Es geht gar nicht um die Menschen.

Schulden und Vermögen sind beide Kinder des Zinses.  Eine Zurückzahlung der Staatsschulden funktioniert nur, wenn auch die entsprechenden Geldvermögen vernichtet werden.

Der 2. Grund warum es zu Ende geht : Das Ende vom Wachstum

E = mc2 ist wohl eine allgemein bekannte Formel. Energie = Materie * Lichtgeschwindigkeit hoch 2. Da die Lichtgeschwindigkeit praktisch konstant ist, kann nur Energie in Masse und Masse in Energie umgewandelt werden. Es kommt nix hinzu. Oder einfach ausgedrückt die Erde ist endlich. Unendliches Wachstum kann es in diesem Universum nicht geben. Vielleicht im Paralleluniversum der Wirtschaftswissenschaften aber nicht in unserem. Alles was wir produzieren und verkaufen erreicht irgendwann die Sättigung. Es folgt einer Wachstumskurve die endlich ist.

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Da sich durch Fortschritte in der Produktion (Lernkurve) die Kosten reduzieren folgt der Umsatz der blauen Glockenkurve. Die rote Kurve zeigt die Sättigung. Wann diese erreicht ist, hängt von der Größe des Marktes ab. Dessen Größen sind die Nachfrage und die ist vom verfügbarem Einkommen abhängig. Das ist aber nix anderes als der Lohn der arbeitenden Menschen.  Auch die Anzahl der Menschen spielt bei der Nachfrage eine Rolle. (Deshalb ist ja auch China viel wichtiger als alle anderen Länder) Das Lohnniveau preisbereinigt befindet sich heute aber auf dem Stand von 1991 (Quelle: Statistisches Bundesamt Berechnungen des DIW). Auch unsere Bevölkerung wächst nicht.

Die Realwirtschaft ist an die Grenzen des Wachstums angelangt.  Den Kurven des Zinses kann die Realwirtschaft nicht mehr folgen. Trotz immer mehr Druck, Kostensenkung, Leiharbeit und und und. (Alles Maßnahmen welche die Größe des Marktes verringern).

Trotzdem hoffen alle politischen Parteien auf weiteres Wachstum.

Der 3. Grund warum es zu Ende geht : Der Euro

Gemeinsame Währungen sind gut, aber nur für Staaten die eine gemeinsame Wirtschafts- und Sozialordnung haben. Diese haben wir aber in Europa nicht.  Der Wert des Euro gegenüber dem Dollar und der Welt entspricht einem Mittelwert. Bei unterschiedlichem Produktivitätsfortschritt in den einzelnen Ländern werden sich die Starken immer besser entwickeln (Da für diese der Euro unterbewertet ist) und die Schwachen werden unter dem Euro leiden. (Da dieser für sie überbewertet ist). Genau das geschieht mit Italien, Spanien, Griechenland usw.

Ohne den Euro wäre die DM stark aufgewertet und die Lira bzw. die Peseten stark abgewertet worden. Damit könnten die Italiener und die Spanier ihre Produkte leichter verkaufen und wir hätten eine starke Währung was die Ölpreise senken würde und den Urlaub verbilligen würde. Wir Bürger hätten alle etwas von unseren starken Exporten. Aber diese Welt haben wir nicht mehr. Die Bundesrepublik profitiert von der Schwäche der anderen. Der Effekt ist sogar so stark, dass er optisch die Probleme aus 1 und 2 überdeckt.

„Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“ ist wohl die schlimmste Aussage die man machen kann. Der Euro ist gescheitert. Wenn man mit 700 Mrd. € eine Währung retten muss, ist sie praktisch kaputt.

Die Südländer sollen sparen, wobei sparen nicht sparen bedeutet sondern die Staatsausgaben reduzieren. Das verfügbare Einkommen der Menschen sinkt und damit die Nachfrage und der Markt. Das wird nicht funktionieren. Also werden immer größere Summen für die „Rettung des Euro“ notwendig. Wer soll die denn aufbringen wenn nicht Deutschland? Aber in Deutschland steigen die Schulden auch exponentiell und wir gaben letztes Jahr mehr aus als wir eingenommen haben.  Es geht uns nur besser als den anderen. Diese riesigen „Rettungssummen“ werden der Realwirtschaft weiter Geld entziehen. Vermögen und Schulden werden weiter steigen. Das wird die Haushalte dazu zwingen zu sparen, wobei sparen auch hier kürzen bedeutet.

Das Schmerzensgeld dieses Systems wird unbezahlbar : Die Sozialausgaben

Der Sozialhaushalt in Deutschland beträgt ein Drittel der gesamten Ausgaben. Ein Drittel aller Ausgaben sind notwendig um die Folgen dieses Systems zu korrigieren! Der Zwang zur Kürzung wird vor diesem Posten nicht halt machen. Man wird uns erklären wir hätten jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt (wie in Griechenland) und niemand wird uns sagen wer da über seine Verhältnisse gelebt hat. Wir haben doch die gleichen Nettoeinkommen wie 1991? Wir können nicht über unsere Verhältnisse gelebt haben, es hat ja seit 1991 trotzdem Wachstum gegeben. Wo ist denn das geblieben?  Man wird uns erzählen wir zahlen für die Griechen. Aber bei den Griechen kommt dieses Geld nicht an. (Mit Griechen sind immer die Menschen gemeint) Das Geld verschwindet bei den Banken, den Vermögenden und wird für die Zinsen benötigt.

Kein System welches einen exponentiellen Faktor hat kann stabil geregelt werden. Das letzte mal hat man das in Tschernobyl probiert und da ist bekanntlich der Deckel weggeflogen.

Also mach Dir Gedanken was Du mit Deinem Geld anfängst, das Ende kommt mathematisch beweisbar. Griechenland geht uns voran. In wenigen Jahren werden wir auf der Straße jammern und die Politik hilflos sagen, dass wir über unsere Verhältnisse gelebt haben. Oder der Staat muss sich raushalten, der Markt kennt alles besser. Sinn einer Volkswirtschaft ist Wohlstand für alle zu schaffen und die Lebensbedingungen aller zu verbessern.

Dranbleiben es gibt trotzdem noch Hoffnung.

Schau Dir mal die nachfolgenden Videos an – und nicht verzweifeln

http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ&list=FLxCsf4KQjextRYJs46pTACA

http://www.youtube.com/watch?v=aK2yZlHk4cA&list=FLxCsf4KQjextRYJs46pTACA

http://www.youtube.com/watch?v=0VOtdQrCoyk&list=FLxCsf4KQjextRYJs46pTACA