#64-Wer Prozesse braucht hat die falschen Mitarbeiter

Wer Prozesse braucht, hat die falschen Mitarbeiter!

Diese These wird jetzt einige erschrecken. Aber ich werde nachfolgend diese These einmal näher erläutern.

Ein Prozess ist in der Informatik „der Vorgang einer algorithmisch ablaufenden Informationsverarbeitung“. Also etwas, dass nach einem Algorithmus oder einer Vorschrift abläuft. Der Algorithmus ist nichts anderes als ein Regelwerk mit dem man versucht Abläufe zu beherrschen, zu optimieren und die Leistung zu erhöhen.

Am besten wird das am Modell eines Fließbandes bei dem jeder Handgriff genau festgelegt und auch beschrieben ist. Stumpfsinnige motorische Abläufe funktionieren am Besten mit einem Algorithmus oder eine Routine. Unser Gehirn versucht auch aus wiederkehrenden Abläufen Routinen zu definieren welche dann immer gleich ablaufen und somit zu einer Optimierung führen.

In unserer modernen Arbeitswelt ist immer mehr Kreativität und schnelles Handeln auf bestimmte Ereignisse gefragt. Unsere Welt wird immer komplexer und die Vernetzung ganz unterschiedlicher Bereiche nimmt immer mehr zu. Wer hätte noch vor einigen Jahren gedacht, dass man mit einem Telefon irgendwann e-mails schreiben, im Internet surfen, Bilder machen, filmen, Musik hören, navigieren und und und kann. Die klassischen PC Hersteller haben nicht daran gedacht und die leiden jetzt darunter.

Die Börsen dieser Welt gehen heute nach oben und fallen morgen wieder. Die Ausschläge sind heftiger geworden. Der gute alte Konjunkturzyklus scheint zu Ende, es geht steil nach oben und genauso steil nach unten. Die Änderungsgeschwindigkeit oder Anpassungsgeschwindigleit eines Unternehmens werden in Zukunft überlebenswichtig werden. Wer da auf eine niedergeschriebene Prozessbeschreibung setzt und sklavisch an der Umsetzung arbeitet, wird von der Lawine überollt, bevor die Tinte trocken ist.

„Aber wir müssen doch den Workflow genau beschreiben damit die Mitarbeiter wissen was zu tun ist“

Für die Zeit die kommt, braucht man Mitarbeiter die selbstständig denken können und selbstständig Entscheidungen fällen können auf der Basis von Werten und Zielen eines Unternehmens. Diese Werte sind im Modell von Welt des Unternehmens abgespeichert und stellen sicher wie das Unternehmen wirkt.

In einem Start-up Unternehmen braucht man keine Prozesse da jeder die Ziele und den Geist des Unternehmens kennt. Aufgabe von Führung ist es diesen Geist zu leben. Täglich!

Wird ein Unternehmen größer, werden Menschen eingestellt die nur wegen dem Geld arbeiten und nicht wegen dem Geist. Der Geist geht mehr verloren und auch die Führung lebt ihn nicht mehr vor. Eben weil auch in der Führungshierarchie mehr und mehr Menschen eingestellt werden, die nur ihre Karriere und ihr Geld im Blick haben und nicht den Geist der Firma.

Die Folge ist, man braucht Prozesse die bestimmte Dinge regeln und Menschen die diese Prozesse definieren und Menschen die diese Prozesse überwachen. Wo früher ein Mitarbeiter notwendig war braucht man jetzt 3 !

Der Fokus geht verloren und niemand weiss mehr warum bestimmte Dinge getan werden. Die Dinge werden getan, weil die Dinge getan werden müssen. Ob hier ein tieferer Sinn drin steckt bleibt verborgen.

Ich wiederhole mich: Die Zeit die vor uns liegt braucht schnelle und schnellste Reaktionen auf Dinge die passieren. Vielleicht werden diese Reaktionen sogar überlebenswichtig für Unternehmen. Schnelle Reaktionen erreichen Menschen nur über das Modell von Welt und dem Training dieses Systems.

Da Firmen wie Menschen sind, (siehe Kapitel 60) erreichen Firmen schnelle Reaktionen ebenfalls in Ihrem Modell von Welt und durch training dieses Modelles.

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Das Modell von Welt einer Firma sind aber die Mitarbeiter und die Vernetzung derselben. Für das tägliche Training ist die Führung zuständig. Durch Vorleben und Beispiel trainiert sie das allgemeine Verhalten der Mitarbeiter, die Werte und den Geist des Unternehmens.

Damit können die Mitarbeiter eigene Entscheidungen fällen und die Reaktionszeit wird schneller. Hierzu braucht man aber auch die richtigen Mitarbeiter. Wer die falschen Mitarbeiter hat, braucht Prozesse. Und mit Prozessen vertreibt man die welche eigentlich keine Prozesse brauchen. Bzw. man demotiviert diejenigen die keine Prozesse brauchen.

Wie die richtigen Mitarbeiter aussehen, darüber gibt es eine schöne Geschichte.

„Bringen Sie eine Nachricht an General Garcia“ zeigt anschaulich was heute gefordert ist. Wer solche Mitarbeiter hat, braucht keine Prozesse.

Bringen Sie eine Nachricht an General Garcia

Viel Spaß beim lesen – dranbleiben es gibt noch Hoffnung

3 Gedanken zu “#64-Wer Prozesse braucht hat die falschen Mitarbeiter

  1. Boah sogar mit Rechenaufgabe 🙂
    Dieser Artikel gefällt mir sehr gut. Da können wir gerne heute Abend drüber reden. Ich werde den Artikel mal in der Führungsebene verlesen.

    Grüße

  2. Rechenaufgabe? Da können wir gerne drüber reden. Hast Du auch Nachricht an General Garcia gelesen? Das sind die Herausforderungen. Prozesse sind wie Straßenbegrenzungen. Auf der 3 spurigen Autobahn kann ich immerhin kreativ 3 Spuren auswählen. Habe ich nur noch eine Spur und enge Leitplanken ist es vorbei mit der Kreativität. Und wenn dann unvorhergesehen etwas auf der Straße liegt ist es vorbei mit der Mobilität 🙂 (Wer fahren kann kommt auch ohne Leitplanken voran 🙂 )

    … natürlich brauch man für Europäischen Tango ein Buch , beim Argentino reicht Intuition und Kreativität …

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