#90 – Actio est Reactio – Das Wechselwirkungsgesetz

1687 erschien Newtons Buch „Mathematische Prinzipien der Naturphilosophie“ . Darin beschrieb Newton die Kräfte der Natur. Sein drittes Gesetz besagt, das Kräfte immer paarweise auftreten. Jede Kraft hat eine entsprechende Gegenkraft zur Folge. Man bezeichnet dieses Gesetz auch als Wechselwirkungsgesetz. Für uns Menschen gibt es dieses Wechselwirkungsgesetz auch.

Schon Paul Watzlawik hat den Satz geprägt, man kann nicht nicht kommunizieren. Unsere Spiegelneuronen beweisen, dass sowohl die Signale vom Gehirn zum Gesicht gehen, aber auch der umgekehrte Weg möglich ist. Wenn wir bewusst Lachen, geht es uns nach einer Weile besser und wenn es uns gut geht, dann Lachen wir. Es funktioniert also in beide Richtungen.Die Verstärkung der Neuronen ist zwar in beide Richtungen etwas unterschiedlich, aber der Vorgang ist reversibel.Wie bei einem Gummiband, bei dem es ja auch egal ist, an welcher Seite man zieht.

Copyright by I.Schäfer 2014
Copyright by I.Schäfer 2014

Beispiel : Es stehen sich zwei Menschen gegenüber. Der eine Mensch, ich bezeichne ihn als Sender, fühlt sich gut und lächelt den zweiten Menschen, den Empfänger, an.

Der Empfänger nimmt das Lächeln war, und seine Spiegelneuronen lassen auch ihn lächeln, ohne das der Empfänger bewusst darüber nachdenkt, fängt er an zu lächeln.

Es gibt auch Menschen, die lächeln nicht zurück, aber das sind nur sehr wenige. (Meistens einsame „Wölfe“ )

Dieses Lächeln, unbewusst ausgelöst, hat aber rückwärts eine Reaktion der Gefühle zur Folge. Mit einigen Sekunden Verzögerung bekommt der Empfänger ein positives Gefühl. Diese Stimmung überträgt sich wiederum auf den Sender und es kommt zu einem Rückkoppeleffekt.

Es ist nämlich so, dass auch der Sender mit Spiegelneuronen ausgestattet ist und auch dieser lächelt, und damit noch mehr lächelt, wenn der Empfänger zurücklächelt.

Wenn wir Menschen uns nah sind, übertragen wir unsere Gefühlslage aufeinander, oder um Newton zu zitieren : Actio est reactio! Alles ist Wechselwirkung.

Dies funktioniert leider nicht nur mit positiver Stimmung. Kommt ein Sender in den Raum mit negativer Stimmung, dann überträgt sich diese Stimmung auf die Empfänger im Raum. Und diese haben negative Stimmung. Diese senden sie zum Sender zurück, weshalb sich dessen Stimmung weiter verschlechtert, bzw. mindestens schlecht bleibt.

Bedeutet das nicht in der Schlussfolgerung, das wir für das, was wir bekommen, irgendwie selbst verantwortlich sind?

Und ist unsere Umwelt ein Spiegel unserer Sendesignale?

Ist das der Grund warum manche Menschen immer Glück haben und andere nicht? Der Volksmund hat dafür das Sprichwort : Wie man in den Wald reinruft, so schallt es zurück.

Denk morgen früh dran, wenn Du ins Büro läufst. 😉

 

Dranbleiben – es gibt noch Hoffnung!