#93-Was ist eigentlich Kanban? – Dinge regeln mit Trello

Wer sich mit Menschen in Fertigungsbetrieben unterhält, der stößt früher oder später auf das Wort Kanban.

Jeder Logistiker erklärt Dir, das er Kanban anwendet. Kanban ist japanisch und bedeutet frei übersetzt „Anzeigekarte“. Man zeigt also optisch etwas an. Wir Menschen können nur das erreichen, was wir sehen oder uns vorstellen können. Daher kommt auch das Vision. Ich kann es sehen. (Entweder optisch oder in meiner Vorstellung)

Die Anzeigekarte zeigt an, dass etwas benötigt wird.

Das Grundprinzip ist der Supermarkt. Der Kunde nimmt etwas aus dem Regal und es wird automatisch wieder aufgefüllt. Das etwas fehlt zeigt ein Signal. Die Kanban Karte.

Nur wenn diese Karte gezogen wird, wird etwas erzeugt bzw. aufgefüllt.

Es wird also nicht auf Vorrat produziert sondern auf Anforderung. Man nennt dies auch Pull Prinzip. Der Kunde zieht quasi an der Produktionskette.

Mit unserer Zeit und Energie ist es genau so. Unsichtbar zieht der Kunde , der Chef, die Kinder oder die Prokrastination an unserer Lebenszeit. Täglich!

Wir können diese Zeit auch nicht auf Vorrat produzieren. Es ist ein just-in-time Geschäft. Ich lebe jetzt. Jetzt kann ich etwas tun. Nicht gestern nicht morgen.

Oft wird mir nicht bewusst was ich tue und abends weiß ich es nicht mehr. Ich kann nicht auf meine „Erfolge“ zurückblicken.

Unsere heutige Arbeitswelt ist in Bezug auf unsere Zeit eher ein Pullsystem als ein Pushsystem. Oder einfach ausgedrückt, es kommt immer anders als ich es geplant habe.

Kanban bietet sich deshalb auch für unser Aufgabenmanagement an. Das haben einige Menschen schon lange vor mir erkannt. Man spricht von Personal Kanban.

Jedes Projekt ist hierbei ein einzelnes Board. (Kanban Board)

Wir erinnern uns oder schauen in meinem Buch „Ordnung im Chaos“ Kapitel 4.2 nach. Projekte sind „Aufgaben“ die aus mehreren „Unteraufgaben“ bestehen.

Die Unteraufgaben sind jetzt einzelne Karten auf unserem Board.

Das Board bekommt jetzt die nachfolgende Aufteilung.

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To Do, Doing, Done.  Alle Aufgaben (Karten) werden jetzt auf dem Board platziert.

Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist die „Vision“. Die optische Darstellung aller meiner Aufgaben. Ich kann sie sehen, ich habe sie im Blick und wenn sie beendet sind, sehe ich sie ebenfalls. Ich freue mich darüber und sehe meine Ergebnisse.

Man kann dieses Board mit Post-its und einer Tafel umsetzen oder auch elektronisch.

Hier habe ich ein hervorragendes Tool entdeckt. Trello!

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Trello ist ein Online Tool. Man kann, nach Anmeldung, über den Web Browser von überall darauf zu greifen. Es gibt Apps für Android und iOS um auch auf mobilen Geräten Zugriff zu haben. Alles bleibt immer synchron und auf Stand.

Aber noch besser ist: Ich kann Aufgaben aus meinem Board an Dich delegieren und sie erscheinen dann in Deinem Trello Board.

Ich kann damit ganze Teams in der Arbeit koordinieren. Ein übersichtliches Projektmanagement Tool!

Es gibt Firmen die steuern ganze Projekt mit Trello. Man kann seine Kunden damit organisieren. (Ja man kann auch eine Art CRM damit aufbauen)

Ich experimentiere zur Zeit mit Trello und baue es in mein Ordnung im Chaos System ein. Mehr davon folgt.

Dranbleiben – es gibt noch Hoffnung!