#195 – Nachhaltigkeit, Verschwendung und Gleichgewicht

Die Summe aller Kräfte ist gleich Null. Diese einfache Satz sorgt dafür, dass unser Haus stabil ist und nicht einstürzt.

Es ist ein Satz aus der Statik. Sobald nämlich die Summe der Kräfte nicht null ist, bewegt sich etwas in eine Richtung, das Gleichgewicht ist gestört.

Energie kann nicht erzeugt werden sie kann nur umgewandelt werden.

 

Diese Welt, ja dieses Universum ist stabil, wenn die Dinge im Gleichgewicht sind.

 

Wir Menschen sind Lebewesen die Energie umwandeln. Wir nehmen Energie durch unsere Nahrung auf und wandeln dies um, in elektrische Impulse (Nerven) und Arbeit. Unser Körper hat sich für Notsituationen einen Energiepuffer in den Muskeln und den Fettzellen angelegt. Wenn ich meine Energiepuffer kurzzeitig überlastete, also mehr Energie umsetze als in der entsprechende Zeit wieder nachführen kann, nehmen meine Energiepuffer ab.

Eine bestimmte Zeit kann ich über meine „Energieverhältnisse“ leben, langfristig ist das aber nicht gesund. Wir leben auf Kosten unserer Zukunft.

Da ist unser Körper nicht anders als mein Bankkonto. Monatlich hat dieses Bankkonto einen Zufluss durch das Monatseinkommen. In einem Monat gebe ich eine bestimmte Summe Geld aus. Natürlich kann ich kurzfristig mehr Geld ausgeben, als mein monatliches Einkommen, aber ich muss diesen Kredit mit Zinsen an die Bank zurückzahlen. Ab einem bestimmten Defizit wird auch dieser Zustand bedrohlich. Wir leben auf Kosten unserer Zukunft.

Dinge und Systeme die im Gleichgewicht sind, sind beherrschbar. Abweichungen vom Gleichgewicht sind möglich und bis zu einer bestimmten Größe ebenfalls beherrschbar. Ab einer bestimmten Größenordnung führt das Ungleichgewicht in die Katastrophe.

Wir Menschen leben aktuell jenseits des Gleichgewichtes. Wir nehmen zwar inflationär den Begriff Nachhaltigkeit in den Mund, haben aber eine zunehmende Verschuldung weltweit, verbrauchen mehr Energie als sich wieder regeneriert und unsere Population wächst stärker wie je zuvor.

Wir Menschen sind heute im Beruf und in unserer Freizeit ziemlich angespannt. Jeder möchte etwas von uns und er möchte es anscheinend sofort. Also versuchen wir dieser Anforderung gerecht zu werden, da wir ja auch Karriere machen wollen.

Jetzt hat der Tag für Arm und Reich 24 Stunden und niemand kann sich eine Stunde zusätzlich dazu kaufen. Die Tageszeit ist gerecht unter uns Menschen verteilt. Eine gerechtere Verteilung gibt es nicht.

Wenn also mehr gefordert wird, brauchen wir mehr Zeit! Wenn unsere Auslastung ständig nach oben getrieben wird, steigt die Warteschlange der Aufgaben permanent an.

      Ws = A / (1-A)         A=Auslastung Ws ist die Warteschlange

Bei einer Auslastung von 90% schieben wir bereits 9 Aufgaben vor uns her, bei 95% Auslastung bereits 19!

Wie bekommen wir das geregelt? Wir stehen früher auf und gehen später ins Bett.

„Schlaf wird überbewertet… Schlafen kann ich wenn ich tot bin“ sind die Sprüche die uns Mut machen dabei. 

Wenn wir längere Zeit weniger Schlaf bekommen als wir benötigen, hat das aber gravierende Folgen. 24 Stunden Schlafentzug entspricht praktisch der Wirkung von 1 Promille Alkohol.

  • Eine schlaflose Nacht ist erträglich, der Körper hilft sich mit einer erhöhten Dopaminausschüttung, er putscht sich auf.
  • Zwei schlaflose Nächte machen uns müde, da die Wirkung des Dopamins nachlässt.
  • Nach drei schlaflosen Nächten drehen wir durch. Die Motorik funktioniert nicht mehr einwandfrei; Schwindel, Zittern und Schüttelfrost sind die Folge.
  • Nach vier schlaflosen Nächten werden wir krank, bekommen Halluzinationen, Psychosen, Apathie oder komatösen Tiefschlaf.

Schlafentzug ist nicht umsonst eine beliebte Foltermethode.

Wir brauchen ausreichend Schlaf. Viele Menschen leiden heute in Wirklichkeit unter Schlafmangel. Das hat katastrophale Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unsere Lebenserwartung. Die Harvard Medical School hat nachgewiesen, dass Menschen die weniger als 5 oder länger wie 9 Stunden schlafen eine signifikant geringere Lebenserwartung haben.  Zuviel Schlaf hat also die identische Auswirkung wie zu wenig Schlaf. Das Gleichgewicht ist entscheidend.

Wir Menschen empfinden Dinge, welche wir in unserem näheren Umfeld sehen oder hören, als bedrohlicher oder wichtiger. Die Evolution hat uns gelehrt, dass Gefahr direkt vor uns wichtiger ist als in weiter Entfernung.

Das ist eine Ursache für die leichte Ablenkung durch e-Mails und soziale Netzwerke. Beides befindet sich in unserem direkten Sichtfeld und wird vom Unterbewusstsein als wichtiger eingestuft als eine Aufgabe oder ein Ziel welches wir uns gesteckt haben.

Wir müssen die Dinge die uns wichtig sind in Sichtweite bringen! 

Und wir müssen mit den wichtigen Dingen beginnen! 

Das Abarbeiten von e-Mails bedeutet immer, dass ein Anderer über meine Zeit und meine Ziele und meine Arbeit bestimmt. Wir geben uns in die Hand anderer und verlieren unsere Ziele aus den Augen.

Und wir müssen aufpassen, dass wir nicht über unsere Verhältnisse leben. Größere Abweichungen vom Gleichgewicht sind schlecht für unsere Zukunft.

 

In diesem Sinne: Dranbleiben – es gibt noch Hoffnung!