#66 – Warum die Bundestagswahl nichts verändern wird

Jetzt hängen überall wieder die Wahlplakate. Gestern ist uns allen aufgefallen, dass kein wirklich gutes Plakat dabei ist! Die Aussagen auf den Plakaten waren noch nie so flach und man hat den Eindruck die reden zu kleinen Kindern. Diese Wahl wird aber nichts verändern. Warum?
Wir alle am 22.9. aufgefordert, zwei Kreuze zu machen und dürfen dann wieder 4 Jahre ruhig sein. Wahl bedeutet, dass ich zwischen Alternativen wählen kann. Was wäre wenn? Die klassische Frage des Verstandes. Gibt es überhaupt eine Alternative?
Die Politik ist gefangen in Sachzwängen und das Geld ist alle. Das, was noch da ist, brauchen wir nach der Wahl für die gigantischen Rettungsschirme, die eigentlich nur die Banken retten und nicht die Menschen. Keine großen Gestaltungsmöglichkeiten für die Parteien. Man kann die Reichen bevorzugen oder die Armen bevorzugen. Wenn aber das Geld alle ist, holt man es am schnellsten von allen. Die Farbanstriche der Parteien sind hier unterschiedlich, die Handlungsweise nicht.
Da wir Menschen so funktionieren wie wir funktionieren, wollen wir zunächst das Alte beibehalten.

Erwartungsfalle

Unser Modell von Welt findet sich in der aktuellen Situation zurecht.  Es geschieht, was wir erwarten, auch wenn es uns nicht gefällt. Je nach Einstellung wird sogar jegliche Veränderung abgelehnt.

weiterlesen

#65-Pest oder Cholera? Unsere moderne e-Mail Kommunikation

Was früher die Pest war, ist heute unser e-Mail System. Wie die Pest breitet es sich epidemisch aus und es tötet auch. Den Geist, den Verstand, menschliches miteinander und auch Menschen.

Dabei ist Mail zunächst mal nur die Fortsetzung des Briefes mit anderen Mitteln. Das stimmt jedoch nur noch bedingt. Den ein Brief war meistens eine Punkt zu Punkt Verbindung. Ein Brief hatte eine Form und Stil etwas was bei Mail ganz verloren scheint.

Da das schreiben eines Briefes mit Aufwand verbunden war, musste man nachdenken und den Brief bewusst schreiben. Das Mailsystem ist einfach und primitiv. Ich schreibe einen Satz und schicke ihn in wenigen Sekunden in die Welt. An 30 Kollegen usw.

Ein einfaches mathematisches Beispiel macht deutlich wozu dies führt.

Angenommen ich habe eine Mail mit Mitteilungsbedarf und schicke sie an 5 Kollegen mit der bitte um Antwort.

Von mir gehen 5 Mails raus. Da die 5 Kollegen wiederum „allen Antworten“ haben wir als Antwort. 5×5 =25 Mails im System. Da aber ein Kollege sich bedrängt fühlt, schickt er die Mail weiter an seinen Chef. Dieser schickt jetzt wiederum an alle (6 ) eine Mail worauf alle Antworten =6×6=36.

Wie du siehst, können wir das Spiel beliebig fortsetzen. Ganz schlimm wird es wenn mit der Rückmeldung einzelnen geantwortet wird und somit die eigentliche Botschaft nach und nach verwässert wird, keiner mehr alle Sachverhalte kennt und dann Einzeldiskussionen beginnen.

Das Email System nimmt exponentiell zu. Die wichtigen Informationen nemmen exponentiell ab. Aus unserem Automatenmodell wissen wir, wie Menschen kommunizieren. Ein wichtiger Teil der Kommunikation findet nonverbal statt. Körpersprache und Ausdruck sowie Stimme und Stimmlage sagen oft mehr als die tatsächlich gesprochene Botschaft. Wenn wir einen Mail schreiben bleiben alle diese Facetten der Kommunikation unbeteiligt. Mail ist einfach nur geschriebene Sprache (wobei wir manchmal besser nicht das sagen, was wir in Mails schreiben)

Wie eine Mail beim Empfänger ankommt hängt einzig von der Stimmungslage des Empfängers ab. Beispiel:  ich möchte etwas und du bist im Streß. Ich gehe zu dir, lächle dich an, du lächelst zurück (spiegelneuronen du fühlst dich besser), dann bringe ich mein Anliegen vor. Du wirst sicher besser reagieren und dich besser fühlen als wenn ich dir eine Mail schreibe. Du liest sie und denkst jetzt will der „Blödmann“ auch noch was von mir. Dies ist eine ganz andere Kommunikation – eine andere Wechselwirkung.

Mail verengt unsere Kommunikation auf eine kleine Bandbreite mit der Konsequenz der Verarmung an Sprache. (Das kannst Du täglich im Geschäft feststellen)

weiterlesen

#64-Wer Prozesse braucht hat die falschen Mitarbeiter

Wer Prozesse braucht, hat die falschen Mitarbeiter!

Diese These wird jetzt einige erschrecken. Aber ich werde nachfolgend diese These einmal näher erläutern.

Ein Prozess ist in der Informatik „der Vorgang einer algorithmisch ablaufenden Informationsverarbeitung“. Also etwas, dass nach einem Algorithmus oder einer Vorschrift abläuft. Der Algorithmus ist nichts anderes als ein Regelwerk mit dem man versucht Abläufe zu beherrschen, zu optimieren und die Leistung zu erhöhen.

Am besten wird das am Modell eines Fließbandes bei dem jeder Handgriff genau festgelegt und auch beschrieben ist. Stumpfsinnige motorische Abläufe funktionieren am Besten mit einem Algorithmus oder eine Routine. Unser Gehirn versucht auch aus wiederkehrenden Abläufen Routinen zu definieren welche dann immer gleich ablaufen und somit zu einer Optimierung führen.

In unserer modernen Arbeitswelt ist immer mehr Kreativität und schnelles Handeln auf bestimmte Ereignisse gefragt. Unsere Welt wird immer komplexer und die Vernetzung ganz unterschiedlicher Bereiche nimmt immer mehr zu. Wer hätte noch vor einigen Jahren gedacht, dass man mit einem Telefon irgendwann e-mails schreiben, im Internet surfen, Bilder machen, filmen, Musik hören, navigieren und und und kann. Die klassischen PC Hersteller haben nicht daran gedacht und die leiden jetzt darunter.

weiterlesen

#63-Die Erwartungsfalle – warum meistens passiert was wir erwarten

Wir haben uns schon des öfteren mit dem Automat Mensch befasst. Was die Reaktion auf die Welt betrifft, so sieht diese in etwa so aus.

Erwartungsfalle

Alle Signale kommen über Sensoren in das Modell von Welt. (Blau) Hier sind alle unsere Lebenserfahrungen abgespeichert im unendlichen Netz neuronaler Verknüpfungen. Die erste Abfrage die dort gemacht wird ist die Frage nach Bekannt oder Unbekannt.

Darüber haben wir schon einmal gesprochen. Findet sich in den weiten unseres Neuronen Netzwerkes ein ähnliches Muster, so ist das was passiert bekannt. Diese Prüfung findet unbewusst und ständig statt. Es führt zu folgenden Reaktionen.

1. Was passiert ist bekannt

In diesem Fall gibt es im Modell von Welt eine Erwartung. Unser Modell von Welt erwartet, dass sich der Ablauf so wiederholt, wie er sich schon einmal abgespielt hat. Die Reaktionen sind deshalb auch genau die, wie sie bereits früher waren. Was wir erkennen wird so behandelt wie es schon immer behandelt wurde.

Ein bekanntes Muster führt zu einer bekannten Reaktion. Und da Dinge die immer wieder passieren sich „einbrennen“ wird die Reaktion immer berechenbarer. Hierzu muss die aktuelle Situation nicht zu 100% der alten Erfahrung entsprechen selbst bei teilweiser Ähnlichkeit antwortet unser Modell von Welt mit einer Erwartungshaltung.

Wir Menschen befinden uns in der sogenannten „Erwartungsfalle“. Da wir mit zunehmendem Alter immer mehr bekannte Situationen in unserem Modell von Welt abgespeichert haben, gibt es immer mehr bekannte Situationen mit bekannten Reaktionen. Damit können wir Situationen mit einem Automatismus behandeln und brauchen darüber nicht nachzudenken.

Da dies bei allen unseren Mitmenschen genau die gleiche Reaktion ist, werden immer mehr Automatismen in unseren Beziehungen wirksam. Wir befinden uns in der Erwartungsfalle. Da ich mit einer bestimmten Reaktion auf ein bekanntes Ereignis reagiere, nimmt mein gegenüber meine Reaktion war, die meinem Gegenüber im Laufe der Zeit ebenfalls bekannt ist. Die Folge davon: Auch mein Gegenüber reagiert mit einer Erwartung und versucht diese zu erfüllen.

Es findet nichts neues mehr statt, weil wir alles schon kennen und automatisch immer die bekannten Abläufe wiederholen. Nicht nur alleine sondern auch in unserer Gruppe.

weiterlesen

#62-Als aus Mitarbeitern Human Ressources wurden (reloaded)

Es war einmal eine Zeit da gab es einen Chef der hatte seine Mitarbeiter. Damals war alles besser 😉 Damals waren die Chefs alle strenger und wussten was Sie wollten. Damals wussten die Chefs auch noch private Dinge über ihre Mitarbeiter. Ging es einem schlecht, so konnte man mit seinem Chef darüber reden. Naja ganz so rosarot war es früher auch nicht aber es war eben anders.
Dann kamen die BWL Optimierer und sagten, dass ein Mitarbeiter eine Sache ist. Der Mitarbeiter ist wie eine Maschine oder Sachanlage. Seit diesem Zeitpunkt wurden wir Mitarbeiter als Human Ressources bezeichnet. Wörtlich übersetzt menschliche Resource.
Eine Ressource ist ein Mittel, um eine Handlung zu tätigen oder einen Vorgang ablaufen zu lassen. Damit wird die Entmenschlichung im heutigen Geschäftsleben auch in der Sprache korrekt ausgedrückt.
Die Menschlichen Ressourcen sind also Mittel zum Zweck. Sie sind zwar die einzigen Ressourcen die Werte schaffen können, aber trotzdem nur Mittel zum Zweck. Ähnlich einer Maschine haben wir zu funktionieren 365 Tage im Jahr.

#61-Das Igelprinzip – Was Unternehmen großartig macht?

In den letzten Tagen habe ich mich verstärkt mit der Frage befasst, was ein Unternehmen großartig und erfolgreich macht.
Vielleicht liegt das daran, dass in meinem Umfeld gerade einiges geschieht, was gegen alle Prinzipien verstößt, die Unternehmen nachhaltig erfolgreich machen.
Mir fällt immer wieder das Buch von Jim Collins ein, welches den Titel trägt „Der Weg zu den Besten“
Jim Collins und sein Team haben darin wissenschaftlich untersucht was aus einem Unternehmen ein großartiges Unternehmen macht. Dazu haben sie Unternehmen die über Jahre einen überdurchschnittlichen Erfolg hatten mit den sogenannten Vergleichsunternehmen verglichen. Auch die Vergleichsunternehmen waren gute Unternehmen aber eben nicht überragend. Jim Collins stellt auch fest das das Gute der Feind des Besten ist.

Ein wichtiges Prinzip von überragenden Unternehmen ist das sogenannte Igelprinzip.
Diese Firmen haben es verstanden und handeln danach. Das Igelprinzip besteht aus drei ineinander greifende Kreise. Diese Kreise werden von folgenden Fragen gebildet:

1. was entfacht unsere Leidenschaft?
2. worin können wir die Besten werden?
3. was ist unser wirtschaftlicher Motor?

weiterlesen

#60 – Bullshit Bingo – oder C.E.O kann eigentlich jeder?

Wir müssen die Prozesse verbessern, den Vertrieb optimieren unsere Kerngebiete stärken usw.
Wie das geschehen soll darauf gibt es keine genauen Angaben. Nur das eine bestimmte Anzahl von FTE gehen muss bleibt als Botschaft hängen.

Und ich habe wieder ein neues Wort gelernt. Human Ressource kannte ich schon aber Full Time Equivalent kannte ich noch nicht. Wenn man Menschen rausschmeißt sagt man das heute in einer anderen Sprache. Ihr kennt ja meine Kernaussage, wenn etwas richtig schlecht und beschissen ist, hat es einen englischen Ausdruck.

Wenn dieser Status erreicht ist, dann hat die Führung bereits versagt. Firmen die Mitarbeiter entlassen müssen haben Probleme. Wer dauerhaft erfolgreich sein will muss wissen warum er das tut was er tut. Und wenn Geld der einzige Grund ist, braucht man sich nicht zu wundern wenn das Unternehmen Probleme hat.

Unternehmen funktionieren im Prinzip wie Menschen. Das wird mir immer klarer. Wie soll es auch anders sein, denn Unternehmen ohne Menschen kenne ich nicht und da wir Menschen unsere Welt erschaffen sind Unternehmen wie Menschen. Schauen wir uns nochmal den Automaten Mensch an:

20130409-142518.jpg

Also kommen wir mal zu meinem Automatenmodell vom Mensch und schauen uns an wie eine Firma tickt. (Ich behandle hier eine Aktiengesellschaft. Bei Personengesellschaften ist die Führung Teil des Modells von Welt und kann deshalb schneller agieren )
Wie beim Automat Mensch ist in der Firma das Modell von Welt der wichtigste Teil.

Alles geregelt - PDF-XChange Viewer_2013-06-24_14-43-26

Dies ist die Summe aller Beschäftigten, ihre Verknüpfung und ihr Wissen. Diese Menschen verhalten sich wie ein Neuronales Netzwerk. In diesem Bereich werden die meisten Entscheidungen gefällt die auf die Welt wirken. Tägliche Entscheidungen. Dieses Modell von Welt reagiert sehr schnell und hat eine ihm innewohnende Überzeugung, Gefühle und Vorlieben. Die Menschen haben sich wegen dieser Dinge einst bei dieser Firma beworben. Firmen suchen Menschen aber auch Menschen suchen sich bewusst Firmen aus.
Wie beim Menschen wirken Firmen überwiegend über dieses Modell von Welt. Beim Menschen nennen wir dies Körpersprache.
Stimmen in einer Firma die Ziele und Überzeugungen fällen die Mitarbeiter täglich die richtigen Entscheidungen.

weiterlesen